Hospizbote Ausgabe 10
Sehr geehrte Mitglieder des Freundeskreises,
liebe Freunde und Förderer der Hospizarbeit,
der Spätsommer ist nun da, unser Blick richtet sich schon das eine oder andere Mal auf das nächste Jahr!
Das Jahr 2025, das lässt sich jetzt schon sagen, verläuft für unseren Verein sehr erfolgreich. Wir konnten 91 neue Mitglieder in diesem Jahr gewinnen, die mit ihrer Mitgliedschaft ein starkes Signal für die Hospizarbeit in Schleswig und dem Umland senden! Der neue Vorstand hat in bisher fünf Sitzungen viel diskutiert, geplant, organisiert und umgesetzt! Wir konnten uns über ein gespendetes einheitliches Outfit freuen, haben Ehrenamtliche und Hauptamtliche über den Freundeskreis informiert, den Tag der offenen Tür im Petri Haus mitgestaltet, den kommenden Welthospiztag am 11. Oktober 2025 im Slesvighus mitorganisiert und sind natürlich in den sozialen Medien sehr präsent.
Auch wirft das 30-jährige Jubiläum des Freundeskreises in 2026 seine Schatten voraus! Hier planen wir drei Veranstaltungen im kommenden Jahr. Lassen Sie sich überraschen!
Bitte merken Sie sich den Termin für unsere Mitgliederversammlung 2025 bereits vor: am 16. Oktober 2025 wird diese erneut im Kreishaus in Schleswig stattfinden! Eine gesonderte Einladung erfolgt natürlich noch in den nächsten Wochen.
Bedanken möchten wir uns für alle Spenden und jede ideelle Hilfe, um unsere Arbeit auf ein stabiles Fundament zu setzen!
Ihnen allen einen goldenen Herbst und bleiben Sie vor allem gesund!
Enno Körtke
1. Vorsitzender
Welthospiztag am 11.10.2025 im Slesvighus in Schleswig
Ein besonderer Abend erwartet alle Gäste im Slesvighus am 11. Oktober 2025! Bestsellerautor, Notfallseelsorger, Chocolatier und Betreiber eines Hospitoriums (ein Ort, der Hospiz oder auch nur Rückzugsort sein kann), Frank Pape, liest aus seinem Bestseller “Gott, du kannst ein Arsch sein!“, der mit Til Schweiger, Heike Makatsch und Jürgen Vogel als Roadmovie verfilmt wurde, über den Tod seiner damals 15-jährigen Tochter. Auch wird er aus seinem neuen, noch nicht veröffentlichtem Roman lesen.
Carsten Kock von RSH wird moderieren, es werden noch weitere Talkgäste erwartet, starke ehrenamtlich und hauptamtlich tätige Frauen aus unserer Region (u. a. Das Frauenhaus aus Schleswig ). Ausgewählte Weine, Finger-Food und Musik von Liedermachern aus der Region runden diesen Abend ab!
Restkarten gibt es noch in der Buchhandlung Liesegang für 20 € zzgl. 2 € Gebühr.
Wie erwähnt, ein besonderer Abend in Schleswig!

Terminsache
Mitgliederversammlung Freundeskreis Hospizdienst Schleswig e.V. am 16.10.2025 im Kreishaus in Schleswig
Einladung folgt zeitgerecht.
Bericht vom Tag-der-offenen-Tür im Petri Haus am 14.06.2025
Bei strahlendem Sonnenschein fand am Samstag, dem 14.06.2025, zum ersten Mal unser „Tag der offenen Tür“ im Petri Haus statt. Interessierte konnten sich bei Kaffee, Kuchen und Crêpes umfassend über die Hospizarbeit informieren.
Es war ein sehr gelungener Tag mit guten Gesprächen und berührenden Begegnungen. Für uns war es eine gute Möglichkeit, unser Hospiz als einen warmen, hellen und herzlichen Ort zu präsentieren, in dem das Leben im Vordergrund steht, und über die individuelle umfassende Begleitung unserer Gäste zu informieren. In diesem Rahmen konnte auch eine Spende der Gemeinde Dannewerk vom Bürgermeister überreicht werden, und der Freundeskreis nutze die Gelegenheit neue Mitglieder zu begeistern.
Aufgrund der guten Resonanz (schätzungsweise 200 Besucher) wird dieser „Tag der offenen Tür“ jährlich stattfinden, und zwar am zweiten Samstag im Juni (fällt dieser Samstag auf das Pfingstwochenende, dann verschiebt es sich um eine Woche).
Melanie Sommer-Rüping, Einrichtungsleitung Petri Haus

mbw aus Wanderup spendet neue Outfits!
Jan Breuer, Geschäftsführer der Firma mbw und selbst Mitglied im Freundeskreis, unterstützt mit einer großzügigen Spende unsere Arbeit im Vorstand des Freundeskreises. Enno Körtke und André Vogt konnten sich über neue einheitliche Polo-Shirts sowie Outdoor-Jacken mit dem Logo des Freundeskreises freuen, die für jedes Mitglied im Vorstand bereitgestellt wurden. Damit wird der Freundeskreis auf Veranstaltungen, Messen oder bei der Gewinnung neuer Mitglieder noch sichtbarer und wahrnehmbarer. Ein herzliches Dankeschön nach Wanderup!
Enno Körtke, 1. Vorsitzender

Befähigungskurs ehrenamtliche Sterbebegleitung abgeschlossen
Nach einem halben Jahr Ausbildung haben 12 neue Sterbebegleiterinnen den Befähigungskurs erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Gottesdienstes wurden sie in Kropp eingesegnet und damit auch in ihre ehrenamtliche Tätigkeit eingeführt. Die neuen Sterbebegleiterinnen verstärken das Team des ambulanten Hospizdienstes der Petri Haus gGmbH und werden sich künftig um schwerkranke und sterbende Menschen (und deren Zu- und Angehörige) in Schleswig und Umgebung kümmern.
Jenny Nehrdich, Beisitzerin im Vorstand Freundeskreis Hospizdienst Schleswig e.V. und ehrenamtliche Sterbebegleiterin

Leiden und Sterben aus philosophischer Sicht
Seit rund zweieinhalbtausend Jahren gilt die Philosophie dem Menschen als Quelle und Orientierungshilfe bei der Suche nach Antworten auf seine existentiellen Fragen. Das sind bekanntlich nicht nur Fragen nach der Praxis und dem Sinn unseres alltäglichen Lebensvollzugs, sondern mehr noch solche nach dem "Wie" unseres Ausgangs aus dieser Welt. Philosophische Denker haben dazu einen unerschöpflichen Fundus an Hilfen geschaffen, die als Hilfen zum Leben, aber eben auch als Hilfen beim Sterben verstanden sein wollen; zwei Aspekte standen dabei stets im Mittelpunkt philosophischen Bemühens um ein gutes, ein besseres Leben:
Zum einen, die Menschen mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass Leid und Leiden, in welcher Form auch immer es über sie käme, nicht als die 'Strafe' irgendeiner höheren 'göttlichen' Autorität für vermeintliches 'Fehlverhalten' oder 'Sünde' anzusehen sei, sondern als unvermeidlicher, tapfer und geduldig zu ertragender Bestandteil menschlichen Lebens eine wichtige Funktion im Hinblick auf Wachsen und Reifwerden habe.
Und zum anderen, viel wichtiger noch, dem Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen.
Die "Rezepturen" allerdings, mit denen dies gelingen soll, sind je nach Denkrichtung nicht nur grundverschieden, sondern erscheinen in ihrem ernsten Bemühen ebenso anspruchsvoll wie nachgerade abenteuerlich – und entsprechend gewöhnungsbedürftig für Menschen unserer Zeit.
Dies Bemühen fängt schon drei- bis fünfhundert Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung an mit Platons 'Trennung des absterbenden Körpers von der weiterlebenden Seele', führt dann zu scheinbar schlichter Beschwörung eines 'Nichts' am Ende des menschlichen Lebens etwa bei Epikur (341 – 270 v.u.Z.) und lässt sich über die Memento-mori-Kultur des Mittelalters über eintausend Jahre lang fortschreiben bis in die Neuzeit, etwa zu Friedrich Nietzsche (1844 - 1900), der alle Formen von Heimsuchung des Menschen durch Krankheit und Tod 'mal als 'Skandal', 'mal als 'unerträglich' und 'nicht akzeptierbar' bezeichnet und ihnen sein lebensbejahendes amor fati entgegenhält; und es geht weiter bis ins zwanzigste und einundzwanzigste Jahrhundert mit dem Anliegen, 'selbstbestimmtes Sterben' - gewissermaßen als zeitgemäßen Ausweg aus dem Dilemma des angsteinflößenden Unbekannten - wissenschaftlich wie moralisch zu rechtfertigen und zu etablieren (so u.v.a. Wilhelm Kamlah - 1905 - 1976).
Gegenwärtig wird die Diskussion um Sterben und Tod auch um sachliche und differenzierte Beiträge aus dem noch immer tabuisierten Bereich der Sterbehilfe ergänzt – und Menschen mit so genannten Nahtoderlebnissen tragen dazu bei, die Sterbeforschung um ein wichtiges Element zu bereichern.
Dr. phil. Hans-Joachim Hupe
lebt in Schleswig und betreibt philosophische Lebensberatung
Gut zu wissen – Atembeschwerden und Luftnot
Der Eindruck von Atembeschwerden oder Luftnot bereitet uns große Sorgen. Dies ist völlig verständlich, da wir zum Leben permanent Sauerstoff aufnehmen und Kohlendioxid abgeben müssen.
Entsprechend reagieren wir als Zuschauer oder Angehörige schnell aufgeregt, wenn ein Mensch über Atemnot berichtet, weil wir dies dann mit Ersticken verbinden. Dies ist nicht die reale Situation bei einer lebensbeendenden Erkrankung.
Bei diversen Leiden, besonders in der Endphase der Krankheit, stellt sich eine Einschränkung der Atemfunktion ein.
Dies geschieht schleichend und langsam, und löst damit beim Patienten keine Panikreaktion aus. Auch hier sind eine ruhige Grundhaltung und menschliche Nähe zum Patienten die wichtigsten Unterstützungsmaßnahmen.
Hilfreich sind dann eine aufrechte Lagerung des Oberkörpers, Öffnen eines Kragens oder Entfernen von Halstüchern sowie Öffnen des Fensters. Allein diese Maßnahmen haben schon den psychologischen Effekt von „genug Luft“.
Darüber hinaus kann man mit einem Ventilator dem Gesicht frische Luft zuführen, was auch als befreiend erlebt wird. Erst wenn bei Fortschreiten einer Erkrankung diese einfachen Mittel nicht mehr ausreichend wirken, sind ärztliche Maßnahmen erforderlich.
Insbesondere sind Opiate (wie Morphin) extrem hilfreich! Sie vermindern den inneren Atemantrieb, führen zu einer langsamen und tiefen Atmung und beenden das Gefühl von Luftnot. Auch kann es je nach Situation sinnvoll sein, zusätzlichen Sauerstoff über eine Nasensonde zuzuführen (es gibt geeignete Geräte auch für den häuslichen Bereich).
Und letztlich kann auch eine milde Sedierung zum Ziel führen. Also, Beschwerden ernst nehmen, Hilfe anbieten, aber bitte keine Panik.
Dr. med. Andreas Gremmelt


