Hospizbote Ausgabe 12

Unsere Inhalte

 

1. Vorwort des Vorsitzenden

2. Grußwort des Bürgermeisters

3. Jubiläumsfeier 30 Jahre Hospizdienst Schleswig e.V.

4. Einweihung Kunstwerk„ Flügel am Wegesrand“

5. Qualifizierung ehrenamtlicher Trauerbegleiter

6. Tod und Sterben aus Sicht eines Bestatters

7. Save the Date: Benefizkonzert

8. Save the Date: Mitgliederversammlung

Sehr geehrte Mitglieder des Freundeskreises,

liebe Freunde und Förderer der Hospizarbeit,

es sind wirklich gute und ereignisreiche Zeiten, in denen sich die Hospizbewegung in Schleswig und seinem Umland bewegt! Der Auftakt unseres Jubiläumsjahres am 15.April 2026 mit einer kleinen Feierstunde in der bar26 im Wikingturm war ein guter Anlass, die Entwicklung des Freundeskreises über die letzten 30 Jahre zu reflektieren, eine Entwicklung, die dynamisch und erfolgreich verläuft, um dem Förderauftrag des Vereins gerecht zu werden.

Die Hospiz-und Palliativ Stiftung kann derweil auch mit guten Nachrichten aufwarten. Am 29. April 2026 wurden die „Flügel am Wegesrand“ eingeweiht, eine Skulptur am Ufer der Schlei, die als Brücke der Erinnerung an Tod, Trauer und Sterben und für die regionale Hospizarbeit steht. Einen kurzen Bericht finden Sie in diesem Hospizboten. Und es wird erneut gebaut! Diesmal eine Immobilie für den ambulanten Hospizdienst der Petri Haus gGmbH! Mit über 80 Ehrenamtlichen und einem großen Angebot an Trauerarbeit und Sterbebegleitung werden die neuen Räume dem Bedarf und dem Angebot gerecht. Finanziert werden diese besonderen Maßnahmen durch Zustiftungen von Frau Renate Meier, der wir alle zu großem Dank verpflichtet sind.

Unser Freundeskreis hat nunmehr 848 Mitglieder und wächst weiter! Das ist erfreulich und wichtig zugleich, denn die ambulante und stationäre Hospizarbeit benötigt zwingend zur Aufrechterhaltung des heutigen operativen Angebotes finanzielle Unterstützung.

Mit dem Tag der offenen Tür am 13. Juni 2026 im Petri Haus und unserem Benefizkonzert am 10. Oktober 2026 im Schleswiger Dom stehen bereits zwei weitere wichtige Termine im Kalender und sind zu organisieren! Wir arbeiten daran!

Der Vorstand des Freundeskreises wünscht allen Leserinnen und Lesern einen schönen wärmenden Frühsommer! Und bleiben Sie gesund!

Im Namen des Vorstands

Enno Körtke
1. Vorsitzender

Grußwort des Bürgermeisters

Liebe Mitglieder, liebe Unterstützer*innen des Hospizdienstes Schleswig,

unsere Gesellschaft verändert sich - auch am Lebensende. Individuelle Vorstellungen, berufliche Mobilität und die Auflösung tragender familiärer und nachbarschaftlicher Strukturen führen dazu, dass viele Menschen in ihrer letzten Lebensphase zunehmend auf sich gestellt sind. Genau hier setzt die Hospizarbeit in Schleswig an. Sie ergänzt die medizinische Palliativversorgung, die auf die körperlichen Aspekte des Sterbens ausgerichtet ist, durch eine menschliche, emotionale und soziale Begleitung.

Die Ehrenamtlichen des ambulanten Hospizdienstes, die Mitarbeitenden des stationären Petri Hauses und die engagierten Mitglieder des Freundeskreises sorgen dafür, dass Schwerkranke und ihre Angehörigen nicht allein sind. Sie schenken Zeit, Nähe und Würde - Werte, die für jeden Menschen unverzichtbar sind und die in unserem Grundgesetz festgeschrieben sind. Gerade in einer Stadt wie Schleswig, in der viele Menschen älter werden und familiäre Unterstützung nicht immer vor Ort ist, gewinnt dieses Engagement eine besondere Bedeutung.

Hospizarbeit ist kein staatlicher Auftrag, sie ist ein Ausdruck von Bürger*innen-Engagement. Ohne die ehrenamtliche Arbeit, ohne die Spendenbereitschaft und ohne die zahlreichen Unterstützer*innen wäre dieses Angebot in seiner heutigen Form undenkbar. Sie alle leisten einen unschätzbaren Beitrag dazu, dass Menschen in unserer Stadt am Ende ihres Lebens begleitet, gehört und geachtet werden - unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Status.

Zum 30jährigen Jubiläum des Freundeskreises Hospizdienst sowie zur Einweihung der „Flügel am Wegesrand“ am Ufer der Schlei konnte ich selbst Einblicke in diese wertvolle Arbeit gewinnen und habe gespürt, wie sehr das Engagement aller Beteiligten das Leben schwerkranker Menschen und ihrer Angehörigen erleichtert. Dafür danke ich allen, die sich im Hospizdienst Schleswig engagieren, von Herzen. Ihre Arbeit macht Schleswig menschlicher.

Herzlichst,

Jonas Kähler
Bürgermeister der Stadt Schleswig

Jubiläumsfeier 30 Jahre in Bar 26

Ein wunderbarer Start in ein tolles Jubiläumsjahr…

Am 15.04.1996 wurde der Freundeskreis Hospizdienst Schleswig e.V. in das Vereinsregister eingetragen – und auf den Tag genau 30 Jahre später feierten wir unseren „runden Geburtstag“ mit rund 70 geladenen Gästen in der Bar 26 im Wikingturm in Schleswig. Wir blickten gemeinsam auf die Anfänge des Hospizgedanken in Schleswig zurück und dabei fiel besonders positiv auf, wie beeindruckend die Entwicklung der Mitgliederzahlen im Verein (von einzelnen Gründungsmitgliedern hin zu einem starken Verein mit aktuell rund 850 Mitgliedern) sowie die Anzahl der Ehrenamtlichen und Sterbebegleiter:innen (auf mittlerweile über 80 Personen) ist.

Durch die fehlende Refinanzierung von Trauerarbeit und Lücken in der Finanzierung der Hospizarbeit ist es immer wieder erforderlich, diese Themen aktiv in die Bevölkerung zu tragen und dort freiwillige Unterstützer:innen zu finden – dafür steht unser Verein. Neben einer Mitgliedschaft im Förderverein Freundeskreis Hospizdienst Schleswig e.V. ist dies neuerdings auch über eine weitere Säule möglich: die PetriHaus-Partner. Hier konnten bereits 55 Patenschaften geschlossen werden – ein tolles erstes Ergebnis, das weiter wachsen darf und auf das sich super aufbauen lässt. All diese Facetten helfen enorm, die wertvolle Hospizarbeit in Schleswig weiter auszubauen und neue Projekte denken zu dürfen. Einige davon skizzierte unser Vorsitzender Enno Körtke in seinem Ausblick und wies in dem Zusammenhang auch auf den weiteren Verlauf unseres Jubiläumsjahres hin: „Zum Welthospiztag am 10.10.2026 wird es wieder ein großes Benefiz-Konzert mit buntem Programm im Dom in Schleswig geben. Hierzu ist jede:r herzlich eingeladen; der Kartenvorverkauf startet rechtzeitig vorher. Notieren Sie sich den Termin gerne schon jetzt im Kalender!“

Auch in den Grußworten von Sabine Sütterlin-Waack wurde deutlich, dass wir in Schleswig mit unserem Verein schon sehr positive Zeichen gesetzt haben, es aber immer neue Meilensteine zu bewerkstelligen geben wird. Ihr Dank ging daher ebenfalls an all diejenigen, die sich mit dem Hospizgedanken verbunden fühlen und diesen in irgendeiner Form unterstützen.

Abgerundet wurde unser Jubiläumsabend mit musikalischen Leckerbissen von Theo Klattenhoff,

kulinarischen Häppchen von der Stiftung Diakonie Kropp sowie eigens für diesen Abend kreierten Cocktails vom Team der Bar 26.

Es war ein ganz wunderbarer Abend mit tollen Gesprächen, der noch lange in Erinnerung bleiben wird und uns in unserem Zielbild bestätigt.

 

Einweihung der „Flügel am Wegesrand“

Am 29. April 2026 war es nun soweit! Nach einer neunmonatigen Planungs- und Herstellungsphase für eine hochwertige und hochpolierte Edelstahlformation konnten die „Flügel am Wegesrand“ nun feierlich eingeweiht werden. Zur Entstehungsgeschichte berichtete der Vorsitzende der Hospizstiftung, Enno Körtke. Bürgermeister Jonas Kähler reflektierte auf das bürgerschaftliche Engagement und die Hospizbewegung in Schleswig.

Im Anschluss hielt Dr. Thorsten Sadowsky, Direktor der Landesmuseen SH, eine Laudatio auf die junge Hamburger Künstlerin Franziska Opel, die auch ihrerseits besondere Schlussworte an die Gäste richtete.

Die Flügel als Symbol des Aufbruchs und der Bewegung! Mitten im Schleswiger Leben bilden sie den Brückenschlag zwischen Kunst und Hospizarbeit, verkörpern Würde, Loslassen und Begleitung! 

Ein Raum zum Innehalten, zum Erinnern. 

Gefördert von Frau Renate Meier aus Schleswig.

Qualifizierung ehrenamtlicher Trauerbegleiter

An acht Wochenendtagen im Sommer 2025 haben insgesamt 14 Frauen und Männer die Möglichkeit bekommen, an einer Fortbildung zur ehrenamtlichen Trauerbegleitung teilzunehmen. Ermöglicht wurde dieses Angebot vom Ambulanten Hospizdienst Schleswig in Kooperation mit dem Hospizdienst Eiderstedt und den Dozentinnen Heidi Knoch-Santen, Britta Reimer, Annette Oellerking und Dagmar Stroede-Jensen. Die Schulungstage fanden in der Alten Seilerei in Schleswig, im Hospizdienst Eiderstedt in Garding und im Ambulanten Hospizdienst in Schleswig statt.

Neben der fachkundigen und abwechslungsreichen Vermittlung von Wissen und Kompetenzen, haben wir immer wieder Zeit und Raum für Gestaltung, Reflexion und Erfahrungsaustausch bekommen. Motiviert und mit einem Koffer voller Wissen, Impulsen und gestärktem Selbstvertrauen ausgestattet, wünschten sich alle Teilnehmenden, dass diese wertvolle Fortbildung auch in Zukunft stattfinden wird.

Herzlichen Dank an alle

Claudia Asbahr

 

Anmerkung von der Koordinatorin Anja Tewes

Mit dieser intensiven Fortbildung haben wir 9 weitere Ehrenamtliche für die Trauerarbeit gewinnen können. Damit wir weiter so verlässlich für trauernde Menschen da sein können, war es wichtig das haupt- und ehrenamtliche Team der Trauerbegleiterinnen zu erweitern.

Wir freuen uns jetzt mit dieser hochmotivierten Gruppe die Trauerarbeit weiter zu gestalten.

Ein riesengroßes Danke- schön an den Freundeskreis für die finanzielle Unterstützung bei diesem neuen Fortbildungsformat!!!

Tod und Sterben aus Sicht eines Bestatters

Als Bestattermeister kann ich mich ganz technisch und praktisch an die Frage heranwagen, was nun nach dem Sterben und Tod im Leben weiterhin passiert:

Nach dem Sterbeprozess (der von Stunden bis Monate andauern kann) folgt der Tod eines Menschen und sobald ein Arzt die Todesbescheinigung in vier- bis fünffacher Fassung angefertigt hat (bei der Feuerbestattung gibt es eine zusätzliche amtsärztliche Untersuchung), dürfen wir als Bestatter für Familien tätig werden, uns laut Bestattungsgesetz Schleswig-Holstein innerhalb von 36 Stunden um die Überführung der verstorbenen Person vom Sterbeort in einem verschlossenen, feuchtigkeitsundurchlässigen und widerstandsfähigen Behältnis mit dafür eingerichteten Sonderkraftfahrzeugen (Bestattungskraftwagen) zu einer geeigneten Bestattungseinrichtung (klimatisierte Leichenräume oder Klimaräume) kümmern.

Mit dem Bestattungspflichtigen oder Totenfürsorgeberechtigten wird nun erörtert, ob die Bestattungsart Erd- oder Feuerbestattung gewünscht wird und welche Form davon (Friedhof, Wald, See, Baum, uvm.) durchgeführt werden soll. Die Bestattungsfrist von neun Tagen nach Todeseintritt sowie die Meldung der Sterbefallanzeige an das Standesamt des Sterbeortes innerhalb von drei Werktagen nach dem Tag des Todeseintritts sind zu beachten.

So weit, so technisch.

Als Bestatter sind wir aber Menschen, die nicht immer unbedingt den ganzen Sterbeprozess erfahren, aber in der Sekunde oder Stunde da sind, wenn der Tod eintritt, am Tag, in der Nacht, am Wochenende, am Feiertag. Vom Tod wird erzählt, dass es nicht immer das Schlechteste sei, wir hören von Erlösung, vom Ende des Leidens, von einem erfüllten, von einem langen Leben. Der Sterbeprozess kann hingegen schwierig, langwierig, schmerzhaft und entbehrungsreich sein.

Wir sind mit Familien so nah wie sonst zu den ganz großen Ereignissen im Leben, wie zu Familienfesten, Geburten oder Hochzeiten. Uns wird Vertrauen geschenkt, wenn es gerade eine Zäsur im Leben von Menschen, von ganzen Familien gab, und wir bedanken uns mit Hilfe, wenn es im Prozess hakt, mit Beratung, Empathie und Verständnis für Emotionen und „nicht man selbst sein“.

Wir kümmern uns nicht nur um das technisch Notwendige, sondern schlagen eine Brücke zwischen den Wünschen der Verstorbenen, Angehörigen, Behörden und Institutionen wie Kirchen, Ärzten und Friedhöfen. Ist etwas falsch ausgestellt? Wir sprechen mit Ärzten und dem Klinikpersonal. Die Geburtsurkunde ist nicht aufzufinden? Wir recherchieren mit dem Standesamt. Die Fristen passen nicht zum Arbeitsplan des Enkels in Südafrika? Wir umgarnen die Gemeinde. Die Urne soll das Lieblingsbild abbilden? Wir folieren selber.

Wenn also bei Vielen der Tod das Ende ist, beginnt für uns das Handeln oft erst, und am Ende vom Tod steht für uns die Umsetzung und Durchführung einer sorgfältig geplanten Beisetzung. Ob das das Ende ist? Wie Hesse im Stufengedicht sagt, wohl kaum. 

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde uns neuen Räumen jung entgegensenden, des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.“

 

Thilo Bernoteit
Bestattermeister und Inhaber von Bestattungen Beck

Save the Date

Benefizkonzert im Dom

Benefizkonzert zum 30-jährigen Bestehen des Freundeskreises Hospizdient Schleswig e.V. am 10.10.2026 im Dom zu Schleswig

Save the Date

Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung Freundeskreis Hospizdienst Schleswig e.V.

17. September 2026

18:30 Uhr im Kreishaus